Katholischer Medienpreis verliehen

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Einmal jährlich versammeln sich die Medienschaffenden der katholischen Kirche in Bonn um den katholischen Medienpreis. Herausragende journalistische Beiträge werden dort prämiert. Im Laufe des Jahres sichtet die Jury viele unterschiedliche Beiträge, wobei die journalistische Qualität der Preisträger seit Jahren sehr hoch ist. Der Vorsitzende der publizistischen Kommission Bischof Gebhart Fürst betonte denn auch in seiner Ansprache, wie schwer es fällt aus den vielen „hervorragenden Beiträgen“ einen auszuwählen.

Erfrischend war die Moderation von Gisela Steinhauer, die sicher nicht zur Freude aller Anwesenden die aktuelle Debatte um Bischof Tebartz van Elst aufnahm und in Anlehnung an das Bistum Limburg eine eigene Wortkreation „den Schlimburger“ zum Besten gab. Peter Limbourg, Intendant der Deutschen Welle nutzte seine Rolle als Laudator zu einer deutlichen Kritik an Kurienerzbischof Gerhard Ludwig Müller. Dieser hatte den Skandal um Bischof Tebartz als „Erfindung der Medien“ abgetan.

Eine Preisverleihung beinhaltet etwas fröhliches und festliches. Die Dramaturgie des Abends war darauf ausgelegt und wurde durch die Musik nachhaltig gestützt.

Die prämierten Journalistinnen passten da mit Ihren Themen nur bedingt ins Bild. Für Ihren Beitrag „Carte Blanche„, ausgestrahlt beim Fernsehsender ARTE erhielt Heidi Specogna den Preis in der Kategorie elektronische Medien. Sie zeigt die furchtbaren Auswirkungen der Gewalt an Frauen und Kindern in der Zentralafrikanischen Republik in den Jahren 2002 und 2003.

In der Kategorie Print erhielt Lara Katharina Fritzsche für Ihre im Zeitmagazin erschiene Geschichte „Das Leben nach dem Tod in Utoya“ den Preis.

Bei der Laudatio für beide Beiträge konnte man die „Nachdenklichkeit“ bei den Anwesenden spüren.

Dass den Medienverantwortlichen in der katholischen Kirche der Skandal um den Limburger Bischof mittlerweile bitter aufstößt, mag nachvollziehbar sein. Allerdings sollte bei einer Veranstaltung wie dem katholischen Medienpreis dies auch seinen angemessenen Platz finden. Dass es ausgerechnet Vertreter der säkularen Presse waren, die das Thema auf die Tagesordnung setzten, zeigt einmal mehr, dass die katholische Medienarbeit hier noch Nachholbedarf hat.



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