Löst Home-Office das Büro ab?

Löst Home-Office das Büro ab?

Viele haben sich an das Home-Office gewöhnt und nicht wenige erkennen darin auch einige Vorteile. Kein Stau, keine verspätete Bahn, etwas später aufstehen, das klingt für viele verlockend.

Dennoch wird Home-Office nicht das Büro gänzlich auflösen können und das gleich aus mehreren Gründen:

Erstens: Familienväter und -mütter sehnen sich nach den Bürozeiten, denn zu Hause arbeiten und gleichzeitig Kinder betreuen passt in vielen Fällen einfach nicht zusammen.

Zweitens: Die Arbeitsbedingungen zu Hause sind meistens nicht so gut wie im Büro. Der Bürostuhl zu Hause – wenn es ihn denn gibt – hat meistens nicht die Qualität jenes im Büro. Der private Internetanschluss ist längst nicht immer für permanente Videokonferenzen ausgelegt, erst Recht nicht das hauseigene WLAN. Das Arbeiten am Dienstlaptop mag ja kurzfristig ok sein, doch die meisten vermissen die Dockingsstation mit Bildschirm und Tastatur.

Drittens: Videokonferenzen sind absolut in und digitale Tools (Microsoft Teams, BlueJeans usw.) nützlich. Doch wenn es um Nuancen in der Konferenz, um Konflikte und komplexe Verhandlungen geht, kommen Videokonferenzen an ihre Grenzen. Da hilft dann auch eine gute Moderation nur bedingt. Sind mehr als acht Personen gleichzeitig in einer Videokonferenz ist es schwer alle gleichermaßen im Blick zu halten. Hinzu kommt, dass die Internetverbindungen nicht immer stabil sind, die Videoqualität gering und Gesichtsausdrücke unscharf wahrgenommen werden können.

Viertens: Wir Menschen sind soziale Wesen und als solche suchen wir nicht nur immer wieder den Kontakt zu anderen, wir brauchen ihn.

Dennoch haben wir alle etwas in den vergangenen Wochen gelernt: Videokonferenzen sind bei weitem nicht so furchbar wie vor der Coronakrise viele vielleicht dachten. So hat das Home-Office auch seine Vorteile. Manche freuen sich, wenn sie nicht jeden Tag ins Büro fahren müssen.

Auch für die Arbeitgeber hat das Home-Office seine Vorteile. Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf wird gefördert. Die Coronakrise hat denn auch gezeigt, dass die Qualität durch Home-Office nicht zwangsläufig leiden muss. Eine vernünftige Büroausstattung durch den Arbeitgeber für das Home-Office wäre ein solcher Ansatz. Unterstützende Maßnahmen bei der Einarbeitung in das Home-Office durch Vorgesetzte wären ebenso notwendig wie wichtig.

Vermutlich dürfte ein ausgewogener Mix zwischen Büroarbeit und Home-Office der Garant für mehr Zufriedenheit bei den Mitarbeitenden sein. Damit das möglich wird braucht es Investitionen in Technik, Begleitung und Fortbildung.

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