Manfred Spitzer hat wieder zugeschlagen

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Er ist ein Mann der starken Worte und vielleicht der prominenteste Medienkritiker Deutschlands. Jedenfalls kann man ihm mangelnde Medienpräsenz nicht vorwerfen. Mit seinem aktuellen Buch (Digitale Demenz) hat er es geschafft, sich medial äußerst gut zu promoten. Spitzer bleibt sich seiner Linie treu: die kindlichen Gehirne verdummen jetzt nicht mehr – er setzt jetzt noch einen drauf – Computer und Co fördern die Demenz.

Bei Günter Jauch konnte man erleben, wie er seine Thesen einem Millionenpublikum geschickt und hart in der Sache publik machte. Dass Eltern und Pädagogen durchaus skeptisch auf die Medien schauen, hängt auch damit zusammen, dass die Medien selbst schon lange ihre Unschuld verloren haben. Viele werden daher dem Medienkritiker Recht geben, wenn er die Verflachunge der TV-Programme anprangert, sich gegen die zunehmende Brutalisierung im Heimkinobereich währt oder gegen die zunehmende Skandalisierung und den Sexismus in den Medien zu Felde zieht. Die Medien sind nicht nur Opfer, sondern auch Täter. Aber rechtfertigt dies den heiligen Zorn, mit dem er seine Thesen öffentlich propagiert?

Nein, sagen vor allem die Medienpädagogen, die wissen wovon sie sprechen. Sie kämpfen seit Jahren für einen medienkompetenten Umgang mit Medien. Sie entwickeln Konzepte für Eltern und Kinder, mittlerweile sogar für die Großeltern. Sie kennen die den Medien innewohnenden Chancen, ohne die Risiken zu vernachlässigen. So weisen sie gebetsmühlenartig darauf hin, dass Medien Segen und Fluch sein können. Sie zu verbieten, führt in eine Sackgasse und wäre weder politisch noch wirtschaftlich durchsetztbar.

Die Gesellschaft für Medien und Kommunikationskultur hat eine Presseerklärung veröffentlicht, in der sich die GMK gegen die plakativen Thesen von Manfred Spitzer stellt. Auch das JFF hat sich in der Sache positioniert.

Dass diese Erklärung sachlich und fundiert ist, dürfte der weiteren Debatte nur gut tun.



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